Das Projekt " RVR "
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Projektentwicklung:

Phase 1:

Der zunächst mit 14 Experten besetzte AK-RVR nahm Anfang des Jahres 2008 die Arbeit auf. Im Vorfeld haben sich der DFWR über den Holzmarktausschuss (HMA) und der DHWR verbandsintern über die gemeinsam angestrebte grobe Struktur der RVR verständigt.

Folgende Module waren demnach zu bearbeiten:

Modul 1 : Abrechnungsmaße und Umrechnungsfaktoren

Modul 2 : Dimensionsvermessung, Vermessungsverfahren

Modul 3 : Messung der Holzmerkmale

Modul 4 : Qualitätssortierung

Modul 5 : Begriffe/ Definitionen

Die FVA, Abt. Waldnutzung übernahm dazu den Part der Moderation und der fachlichen Beratung nebst Aufbereitung der Beratungsergebnisse. Angesichts der komplexen Materie waren zahlreiche Sitzungen des AK-RVR bzw. der Arbeitsgruppen notwendig, um sich über den Erstentwurf abzustimmen.

Die Endabstimmung der Modul-Entwürfe erfolgte jeweils durch den AK-RVR. Damit konnte die erste RVR-Fassung in Form des Expertenentwurfs fristgerecht Ende des Jahres (Stand 18.12.2008) fertiggestellt werden. Dieser Entwurf wurde, einschließlich der zugehörigen 5 Anlagen, unmittelbar den Spitzenverbänden als den Auftraggebern übergeben. Der DFWR und DHWR haben daraufhin das Entwurfspaket ihren Mitgliedern zur Kenntnis gegeben, um ein detaillierteres Meinungsbild zu erhalten und die Erfahrungen der Praxis für den endgültigen RVR-Entwurf nutzbar zu machen.

 

Phase 2:

Die Kommunikation des Entwurfes bis hinein in die Betriebsebene rief insbesondere von der Forstseite , zahlreiche Stellungnahmen hervor. Ganz überwiegend kam darin die grundsätzliche Zustimmung zu einem bundeseinheitlichen Regelwerk zum Ausdruck. Zwei Hauptanliegen waren jedoch Gegenstand der Kritik: Die Zulassung weiterer Vermessungsverfahren für abrechnungsrelevante Zwecke und eine Qualitätssortierung von Stammholz, die weniger an den Europäischen Normen festgemacht wird und sich wieder mehr an der Forst-HKS orientiert. 

Die Qualitätssortierung war auch Gegenstand der Kritik der Holzseite, die auf der anderen Seite anregte, die Grenzwerte der Europäischen Sortierung noch stärker zu berücksichtigen.

Im Punkt Qualitätssortierung war von beiden Seiten die Tendenz spürbar, regionale bzw. betriebliche Gewohnheiten oder Interessen mit in die RVR zu übernehmen - ein für die Suche nach einer bundeseinheitlichen Basis wenig förderlicher Tatbestand.  

Die innerhalb der Forstseite stark divergierenden Ansichten, insbesondere über die zukünftige Sortierung von Stammholz, führten dazu, einen erweiterten Forstexpertenkreis mit der Abstimmung eines neuen, forstinternen Entwurfs zu beauftragen. Ende des Jahres 2009 wurde ein solcher Entwurf vom Präsidium des DFWR angenommen und dem DHWR als überarbeitete Diskussionsgrundlage zugeleitet. In dieser RVR- Fassung (Stand 16.12.2009) wurde neben einer Reihe von redaktionellen Änderungen substanziell die Kapitel Vermessungsverfahren und Qualitätssortierung von Stammholz überarbeitet. Über die Qualitätssortiertabellen für die Hauptbaumarten war forstintern keine Einigung zu erzielen, so dass sie, in dem der Holzseite zugeleiteten Entwurf, zunächst ausgeklammert wurden. Im März 2010 hat der DHWR dazu Stellung bezogen und entschieden nur eine RVR mit Sortiertabellen zu unterstützen.

Phase 3:

Der ursprünglich avisierte Einführungstermin der RVR im Jahr 2009 war aufgrund des Verhandlungsstandes nicht mehr einzuhalten. Ebenso mußten die im Vorfeld geplanten Schulungs- und Informationsmaßnahmen zur Einführung der RVR bis auf Weiteres verschoben werden.

Erneute gemeinsame Verhandlungen der Branche Forst und Holz finden seit dem 30.6.2010 wieder statt. Gemeinsame Zielvorgabe ist die Verständigung auf einen RVR-Konsens mit Sortiertabellen in der o.g.modularen Struktur. Die Forst - und Holzseite sind mit je acht, von den Spitzenverbänden DFWR und DHWR benannten Experten vertreten. Maßgeblich beteiligt sind Interessensvertreter der AGDW, Staatsforstverwaltungen, BSHD, VDS, VHI und der GD Holz . Die FVA begleitet diesen Prozess nach wie vor.

Erste Verhandlungen führten zu einer zügigen Verständigung auf gemeinsam getragene und wesentliche Inhalte der RVR.

Offen ist das Kapitel "Qualitätssortierung von Stammholz mit den dazugehörigen Sortiertabellen", wobei auch hierzu nunmehr erste Konsensentwürfe zu den Sortiertabellen Fichte/Tanne sowie Kiefer erarbeitet wurden.   Hinsichtlich der Sortiertabellen Laubholz wird die Holzseite ihre interne Position überarbeiten. Erneute Verhandlungsrunden für die noch nicht abschließend verhandelten Sortiertabellen sind für Anfang 2011 vorgesehen.

 

 

Wichtig:

Bis zur Einführung der RVR empfiehlt der DFWR, die Gepflogenheiten auf Basis der Forst- HKS fortzusetzen!

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden Württemberg  | fva-bw@forst.bwl.de